Venture Capital

Als Venture Capital bezeichnet man Wagnis- oder Risikokapital. Das bedeutet der Kapitalgeber verzichtet auf Absicherungen seitens des Kapitalnehmers. Die Attraktivität eines solchen Investments steigt mit der jeweiligen Wachstumschance des Unternehmens und den damit verbundenen Renditen. Venture Capital kommt oft in frühen Phasen einer Unternehmensgründung zum Zuge, typischerweise bei Start-up-Unternehmen.

Ähnlich wie bei Business Angels, gehen mit der finanziellen Einlage häufig auch beratende Funktionen durch die Kapitalgeber einher. Je nach Höhe und Zeitpunkt der Einlage, sowie dem Wissenstand des Kapitalnehmers sind diese unterschiedlich ausgestaltet.

Wer nimmt / gibt Venture Capital?

Typischerweise versuchen vor allem junge, aufstrebende Unternehmen sich über Venture Capital zu finanzieren. Solche Startups haben meist sehr grosses Wachstumspotential, was für einen Investor äusserst lohnend sein kann. In den meistens Fällen wird als Gegenleistung, ein Anteil am Unternehmen an den Kapitalgeber abgetreten. Im Normalfall handelt es sich dabei um Prozentanteile zwischen 20-35%. Dadurch wird er zu einem Minderheitsgesellschafter und erhält dadurch Anspruch auf Kontroll- und Mitspracherechte. Der Unternehmer ist vertraglich weder dazu verpflichtet das Kapital zurückzahlen, noch dieses zu verzinsen. Somit trägt der Investor das ganze Risiko. Berücksichtig man die Misserfolgsquote aller Startup-Unternehmen von ungefähr 70%, wird klar wie passend der Begriff des Risikokapitals tatsächlich ist.

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Umfang und Dynamik eines Venture Capital

Die Mindesthöhe einer Einlage ist zwar von der Venture Capital-Gesellschaft abhängig, aber meist bei ungefähr CHF 10‘000 angesiedelt. Nach oben gibt es keinerlei Begrenzungen.

Generell wird bei einer Unternehmensgründung in vier verschiedene Phasen unterteilt:

Hier entsteht das Konzept der Geschäftsidee und der Businessplan wird erstellt. Im Anschluss erfolgt oft die Suche nach potentiellen Investoren.

Kommt eine Finanzierung zu Stande, wird das Unternehmen effektiv gegründet.  Zu diesem Zeitpunkt stehen Administrative Aufgaben, wie etwa die Eintragung ins Handelsregister oder die Eröffnung der Bankkonten im Zentrum. Es gilt, die Aufbau- und Ablauforganisation nach Vorgabe des Businessplans zu verwirklichen.

Jetzt ist es wichtig, schnelle Marktdurchdringung zu erreichen und Marktanteile zu gewinnen. Dazu muss das Unternehmen die Produktion und die Vertriebswege erweitern. In dieser Phase steigt die Gefahr durch Neu-Eintritte in den Markt. Es gilt das Produkt durch Sortimentsausweitung attraktiv zu halten und ein Mehrwert gegenüber den Ersatzprodukten zu erreichen. Häufig erfolgen Venture Capital Investitionen während dieser Phase.

Das Unternehmen konnte sich etablieren und seine Marktanteile verteidigen. Es werden positive Cashflows erzielt und damit die Finanzierungen der Anfangsphasen kompensiert. Dies ist meistens der Zeitpunkt zu dem die Investoren Ihre Anteile veräussern und dadurch Renditen erzielen. Daher auch „Exit“-Phase.

Venture Capital ermöglicht Jungunternehmen eine schnelle und solide Finanzierung. Voraussetzungen dafür sind vor allem das Erarbeiten einer innovativen Geschäftsidee, sowie die sorgfältige Ausarbeitung des Businessplans. Werden diese Aufgaben seriös vollzogen, wird auch die Finanzierung bzw. die Suche nach Investoren vereinfacht.
Dennoch müssen Unternehmen, aufgrund der hohen Risiken seitens der Kapitalgeber, mit scharfer Kritik und Zweifel an der Geschäftsidee rechnen.

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