Körpersprache – 7 Gesten, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Wenn man sich nicht wohl in seiner Haut fühlt, äussert sich das in vielen Fällen in Mimik und Gestik. Die Körpersprache wiederum hat Einfluss auf unsere Gefühle und umgekehrt.

Die Ausdrucksweise des Körpers hat grossen Einfluss auf den Eindruck, den man seinem Gegenüber hinterlässt. Das ist hinlänglich bekannt und wurde auch in verschiedenen Studien untersucht. Es ist sogar davon die Rede, dass über 90 Prozent  die Körpersprache ausmacht. Also lohnt es sich seine eigene zu beachten und an ihr zu arbeiten.

Man kann nicht nicht kommunizieren

„Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.“– sagt der Paul Watzlawick, ein bekannter Kommunikationswissenschaftler. 

Man kann also schweigen und doch etwas sagen. So zum Beispiel auch bei einem Vorstellungsgespräch, wenn man ruhig dort sitzt. Das könnte zum Beispiel etwas über das Selbstvertrauen des Kandidaten aussagen. Egal also ob Gestik, Mimik oder Bewegung, alles ist Botschaft.

Zentral ist, dass gesprochene Worte und Körpersprache kongruent, ansonsten wirkt man nicht authentisch. Die Glaubwürdigkeit würde damit beschnitten. Dieser Post zeigt auf, auf welche Verhaltensweisen zu verzichten ist, wenn man sein Gegenüber überzeugen möchte. Folgende Punkte zeigen mögliche Fehler auf:

1. Vermeiden von Blickkontakt

Ein zentraler Teil der nonverbalen Kommunikation ist der Blickkontakt. Wenn Sie keinen Blickkontakt halten, zeigen Sie, dass Sie etwas zu verstecken haben. Zusätzlich kann dies mangelndes Selbstvertrauen zeigen, wenn man dem Gegenüber nicht in die Augen schauen kann. Schlecht ist es zusätzlich, wenn Sie während des Gesprächs nach oben oder am Gesprächspartner vorbei schauen. Dies führt möglicherweise dazu, dass er das Interesse an Ihnen verliert. Gesenkter Blick deutet auf eine ausgeprägte Unsicherheit.

Wenn Sie mit einem leichten Lächeln, einem klaren Blick sowie offen auf Ihren Gesprächspartner zugehen, weckt dies Sympathie, Neugier und weiterführendes Interesse. Der Blickkontakt sollte mindestens eine Sekunde gehalten werden. Das Maximum liegt bei fünf Sekunden, länger wirkt negativ.

2. Schwacher Händedruck

In der westlichen Welt gehört zur Begrüssung der Händedruck. Wenn dieser schwach ist, zeugt das von mangelndem Selbstbewustsein. Man fühlt sich unwohl in seiner Haut. Bitte beachten Sie, dass der Händedruck kurz und fest sein sollte aber natürlich nicht so, dass der Gesprächspartner dies als aggressiv empfindet. Es soll für den Händedruck die gesamte Hand verwendet werden, das wirkt entschlossen und nicht zimperlich.

Auch der Abstand zum Gesprächspartner ist relevant. Dieser sollte nicht zu nah und nicht zu gross sein (ca. 50 cm Abstand). Man kann ja nicht immer das Messband dabei haben, aber als  sinnvolle Faustregel gilt, die Länge des eigenen Arms sollte den Abstand zwischen zwei Personen bilden.

3. Auf die Uhr schauen

Ganz nervig ist, wenn während einer Sitzung jemand oft auf seine Uhr oder sogar sein Smartphone schaut. Das ist ein absolutes No Go, denn man signalisiert Respektlosigkeit. Man hat scheinbar viel Wichtigeres zu tun, als zuzuhören. Wenn man früher weg muss, soll man das gleich zu Beginn mitteilen.

4. Übertriebenes Gestikulieren

Wer die ganze Zeit mit den Händen herum fuchtelt, der wird auch nicht als genügend kompetent wahrgenommen. Dauernde kleine Bewegungen werden als ungeduldig gedeutet und sind ebenfalls beim Gegenüber nicht beliebt. Ausserdem sind nervöse Zuckungen zu vermeiden. Man wirkt ansonsten nicht sehr stressresistent. Setzen Sie deshalb auf eine kontrollierte Gestenführung.

5. Gegenstände vor sich halten

Man sollte es vermeiden, Gegenstände wie Laptop, Smartphone oder Bag direkt vor den Körper zu halten. Ansonsten könnte man als Schüchtern wahrgenommen werden.

Wenn Sie wirklich etwas tragen müssen, sollte man die Dinge in die Hosentaschen stecken oder unter dem Arm tragen. Der eigene Körper soll nicht mit solchen Objekten verdeckt werden.

6. Verschränkte Arme

Ein ganz interessanter Punkt ist das Verschränken der Arme. Dies führt dazu, dass das Gegenüber einem als desinteressiert wahrnimmt. So baut man eine physische Mauer zum Gesprächspartner. Das Verschränken der Arme zeigt ebenso Verschlossenheit oder auch, dass man das Gespräch für einem negativ ist.

Was auch wichtig ist: Achten Sie darauf, Ihrem Gesprächspartner (insbesondere während des Gesprächs) niemals den Rücken zuzukehren.

7. Gebeugte Körperhaltung

Hängende Schultern zeigen häufig Überlastung und wenig Selbstsicherheit. Umgangssprachlich spricht man von Bewahren der Haltung. Das ist sehr zutreffend, denn ein aufrechter Gang zeigt die Würde des Menschen.

Damit die Wirkung positiv ist, sollten Sie die Brust leicht anheben und den Rücken gerade halten. Achtung, eine geschwollene Brust kann arrogant empfunden werden. Ausserdem könnte dies als steif interpretiert werden.  Eine leichte Bewegung, insbesondere bei Vorträgen wirkt positiv. Des halb soll man sein Gewicht von einem zum anderen Bein verlagert werden.

Der Rücken sollte stets gerade gehalten werden, selbst beim Sitzen. Interessant ist, dass die Haltung sich auf die Sprache auswirken soll. Denn im Zusmamenhang mit der Sprache steht die Atmung. Telefonieren geht sowieso am besten stehend. Versuchen Sie es aus!

Tipp:

Ein sogenanntes Angleichen an den Gesprächspartner wirkt sich sehr positiv auf die Kommunikation aus. Man spiegelt ihn praktisch, denn gleich und gleich gesellt sich gern. Diese Technik kommt aus der neurolinguistischen Programmierung (NLP).

Letztlich soll man immer noch natürlich wirken. Deshalb muss man das Wissen mit seinem Sein in Einklang bringen.

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