Mehrwertsteuer – worauf Sie achten müssen

Als Unternehmer muss man sich mit den Steuergepflogenheiten auskennen. Manche empfinden das als lästig oder sind verunsichert. Das liegt aber meist daran, dass man sich nicht mit Steuerrecht beschäftigt hat. Ein wenig mehr Wissen wird das verändern. Das aktuelle Mehrwertsteuersystem bei uns besteht seit 1995 und ist der Eidgenössischen Steuerverwaltung unterstellt. Je nach Region wird die Mehrwertabgabe als Mehrwertsteuer MWST, Imposita sul valore aggiunto IVA bzw. Taxe sur la valeur ajoutée TVA bezeichnet. Unser Mehrwertsteuersystem ist dem vieler EU-Mitgliedstaaten nicht unähnlich. Über die wichtigsten Aspekte der Handhabung für kleine und mittelständische Unternehmen geben wir hier einen Überblick.

Zweck der Mehrwertsteuer

Zunächst war die Mehrwertsteuer gedacht als Geldeinnahmemöglichkeit. Die Einnahmen flossen dem allgemeinen Bundeshaushalt zu. Mittlerweile hat sich dieser Ansatz doch ziemlich gewandelt. Eingeführt wurde inzwischen eine Zweckbindung. Will heissen, dass die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer zum grossen Teil gezielt verteilt werden. Dabei gehen an die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV 1 Prozent. Grossprojekte der Schweizer Eisenbahn wie etwa die Neue Eisenbahn Alpentransversale NEAT bekommen 0,1 Prozent. Mit dem gleichen Anteil wurden zeitweilig die bestehenden Schulden der Invaliden Versicherung IV ausgeglichen. Dieser Anteil geht inzwischen auf den Fonds für Ausbau und Finanzierung der Bahninfrastruktur Fabi. Dafür hatte das Stimmvolk per Entscheid an der Wahlurne ebenso zugestimmt wie dem Zuschuss aus den Mehrwertsteuereinnahmen.

Mehrwertsteuer

Mehrwertsteuerpflicht und Vorsteuer

Unabhängig von ihrer Organisations- und Rechtsform sind alle Unternehmen in der Schweiz verpflichtet, Mehrwertsteuer abzuführen. Ausnahmen sind die beiden folgenden:

Bei Befreiung von der Mehrwertsteuerveranlagung entfällt die Möglichkeit, eine Vorsteuer geltend zu machen. Für befreite Unternehmen bzw. Institutionen ist es daher möglich, freiwillig Mehrwertsteuer abzuführen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn der nicht mögliche Vorsteuerabzug zu Wettbewerbsnachteilen führen würde. Vorteile bieten könnte die freiwillige Abgabe von Mehrwertsteuer für Unternehmen,

Mehrwertsteuer und Saldosteuer bei Einfuhr

Schweizer Unternehmen sind bei Einführung von Waren in die Schweiz mehrwertsteuerpflichtig. Die Eidgenössische Zollverwaltung EZV erhebt in diesem Falle die Mehrwertsteuer als sogenannte Einfuhrsteuer. Wer seine Waren aus dem Ausland importiert soll steuerlich nicht belohnt werden gegenüber Unternehmen, die in der Schweiz kaufen.

Der aktuelle Steuersatz für Einfuhr liegt bei 7,7 Prozent.

Ein reduzierter Steuersatz von 2,5 Prozent kommt zum Tragen bei Import spezieller Güter wie Medikamenten, Lebensmitteln, nichtalkoholischen Getränken, aber auch Zeitschriften und Zeitungen. Manche Güter mit geringem Wert, in kleiner Stückzahl oder manche Arten von Kunstwerken sind komplett befreit von der Mehrwertsteuer bei Einfuhr. Genauer informiert hierzu der Artikel 53 des Mehrwertsteuergesetzes MWSTG.

Die MwSt ist auf den Gesamtpreis der eingeführten Güter angelegt. Weist der Lieferant ausländische Mehrwertsteuer aus, wird dieser Betrag aus der Berechnung ausgenommen. Ein schweizerisches Unternehmen, das weltweit einen Jahresumsatz von CHF 100’000 und mehr ausweist, wird in der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV zur Pflicht der Mehrwertsteuer registriert. Die Abrechnung erfolgt nach Saldosteuersatz, allerdings mit betraglicher Limitierung. Ansonsten kommt die effektive Methode zum Einsatz, bei der meistens die Variante der vierteljährlichen Veranschlagung gewählt wird.

Weitere Artikel

KI-Buchungsvorschläge in pebe Live: Weniger Aufwand bei der Buchhaltung

Buchhaltung wird intelligenter. Mit den neuen KI-Buchungsvorschlägen in pebe Live analysiert die Software vorhandene Buchungsdaten und erstellt automatisch passende Buchungsvorschläge für die Transaktionsverbuchung. Treuhänder und KMU sparen damit wertvolle Zeit bei der manuellen Verarbeitung von Banktransaktionen. Inhaltsverzeichnis Was sind KI-gestützte Buchungsvorschläge? Bei der täglichen Buchhaltungsarbeit entsteht ein grosser Teil des Aufwands durch die manuelle Kontierung […]

Weiterlesen

BusPro wird eingestellt: Die beste BusPro-Alternative für Schweizer KMU 2026

Viele Schweizer KMU, Selbstständige und Treuhänder haben in den letzten Jahren mit BusPro gearbeitet. Nun steht fest: Die Software wird schrittweise eingestellt. Für bestehende Nutzer bedeutet das vor allem eines: Es ist Zeit, sich frühzeitig mit einer neuen BusPro Alternative auseinanderzusetzen. Inhaltsverzeichnis BusPro wird eingestellt – was Schweizer Unternehmen jetzt wissen müssen Die Schweizer Buchhaltungssoftware […]

Weiterlesen

Phishing bei Schweizer KMUs: So schützt du dein Unternehmen und deine Buchhaltungsdaten

Cyberangriffe auf Schweizer KMUs nehmen stark zu. Besonders gefährlich: Phishing-Angriffe auf Buchhaltungssoftware und Geschäftskonten. Dabei versuchen Betrüger, über gefälschte E-Mails oder manipulierte Login-Seiten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten zu erhalten – oft mit gravierenden Folgen. Aktuelle Fälle zeigen, wie schnell Schäden entstehen können: Manipulierte IBAN-Nummern auf Rechnungen, fremde Zahlungsempfänger oder gestohlene Zugangsdaten. Gerade kleine Unternehmen sind […]

Weiterlesen

Welche Aufgaben du mit einer Buchhaltungssoftware nicht mehr manuell machen musst

Viele Selbstständige und kleine Unternehmen starten ihre Buchhaltung noch klassisch:mit Excel, PDFs und viel Handarbeit. Am Anfang funktioniert das. Doch mit jedem Kunden, jeder Rechnung und jeder Zahlung wächst der Aufwand und plötzlich verbringst du mehr Zeit mit Administration als mit deinem eigentlichen Business. Die gute Nachricht:Moderne Buchhaltungssoftware nimmt dir einen grossen Teil dieser Aufgaben […]

Weiterlesen

Webinar für Treuhänder: So gelingt der Weg vom Schuhkarton zum digitalen Archiv

Die Realität in vielen Treuhandbüros ist bekannt: Belege werden gesammelt, abgelegt, teilweise noch physisch übergeben und müssen später mit hohem Aufwand verarbeitet werden. Was früher Standard war, wird heute zunehmend zum Effizienzproblem. Genau hier setzt unser gemeinsames Webinar mit swiDOC an:Wie gelingt der Übergang vom klassischen „Schuhkarton“-Prinzip hin zu einem automatisierten, digitalen Archiv? https://vimeo.com/1185858409?fl=ip&fe=ec Inhaltsverzeichnis […]

Weiterlesen

Digitale Archivierung 2026: So archivierst du deine Buchhaltungsdokumente rechtssicher & automatisiert

Digitale Archivierung ist für Unternehmen in der Schweiz nicht mehr optional, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Geschäftsdokumente wie Rechnungen und Belege müssen bis zu 10 Jahre revisionssicher aufbewahrt werden. Gleichzeitig erwarten KMU heute einfache, automatisierte Lösungen, die Zeit sparen und Fehler reduzieren. Dieser Guide zeigt dir, wie digitale Archivierung funktioniert, welche gesetzlichen Anforderungen du erfüllen musst und […]

Weiterlesen