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Firmenbewertung

Due Diligence - Alles was du wissen musst kompakt erklärt

Von

Philipp Smolarz

·

Veröffentlicht am

11.11.2022

Due Dilligence

Der Begriff Due Diligence (DD) beschreibt die Beurteilung und Analyse eines Unternehmens. Dabei werden sämtliche Informationen über ein Unternehmen verfügbar gemacht, damit mit sorgfältiger und systematischer Vorgehensweise, eine Einschätzung gemacht werden kann. Eine solche Untersuchung soll unter anderem potentiellen Käufern oder Beteiligenden Aufschluss über die Qualität einer Firma geben.

Wozu eine Due Diligence?

Die Due Diligence wird meistens beim Kauf und Verkauf einer Unternehmung eingesetzt. Zum einen kann der Verkäufer einer Firma eine solche Prüfung durchführen, um damit jemandem ein sinnvolles Angebot zu unterbreiten, zum anderen kann ein Käufer diese vornehmen, um bspw. Risiken abzuschätzen.

Oft werden dazu Experten zu Rate gezogen, um die spezifischen Aspekte der Analyse vorzunehmen. Typischerweise sind das: Juristen, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Techniker. Bei einer sogenannten Buy Side Due Diligence, also einer Beurteilung durch den Käufer, wird meistens ein Datenraum eingerichtet. Dieser kann sowohl physischer als auch digitaler Natur sein. Darin legt man alle vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Daten ab, um damit die Analyse durch Prüfern zu ermöglichen. Damit eine Due Diligence effektiv durchgeführt werden kann, wäre es natürlich sinnvoll, wenn das Unternehmen sämtliche Daten zur Verfügung stellt. In der Praxis werden jedoch meistens gewisse Daten zurückgehalten.

due diligence

Inhalt der Due Diligence

Normalerweise analysiert man bei der Prüfung verschiedenste Aspekte:

  • Marktbezogene DD

Das Augenmerk wirft man hierbei auf den Markt. Vor allem Kundenvolumen und Konkurrenzanalyse sind dabei zentral.

  • Corporate Legal DD

Es gilt hier, den rechtlichen Rahmen zu überprüfen. Das heisst, die Verträge, Beschlüsse, Patente, Massnahmen und Kapitalstrukturen werden unter die Lupe genommen.

  • Financial DD

Bei dieser DD kontrolliert man sämtliche finanzielle Aspekte. Die Kreditoren und Debitoren, sowie verschiedene Budgets des Unternehmens sind zentral.

  • Technical DD

Im Fokus stehen die Produkte, sowie dessen Entstehungsprozesse. Wie der Name schon andeutet, geht um technologische Aspekte.

  • Personal DD

Nebst den kaufmännischen Faktoren, begutachtet man auch das sogenannte Humankapital. Gründer und Mitarbeiter, sowie deren Referenzen und Qualitäten erfordern einer Begutachtung, um ein umfassendes Bild einer Firma zu machen.

  • Umweltbezogene DD

Es ist wichtig, die umweltbezogene Lage einer Firma abzuklären. Allfällige Umweltrisiken oder sonstige Problemsituationen sollten frühestmöglich erkannt und vermieden werden können.

Weiter sind natürlich auch Aspekte wie Reputation, Infrastruktur, Zustand der Maschinen, etc. wichtig und zu berücksichten.

Zusammenfassend erleichtert eine Due Diligence die Einschätzung eines Unternehmens und senkt die Informationsasymmetrie zwischen den Parteien. Das Aushandeln eines realistischen Kaufpreises wird damit deutlich vereinfacht.

Du möchtest eine Due Diligence durchführen?

Hier sind einige wichtige Punkte, die du berücksichtigen solltest:

1. Zielsetzung

Kläre im Vorfeld genau ab, welche Ziele du mit der Due Diligence verfolgen möchtest. Möchtest du beispielsweise eine Übernahme oder Beteiligung prüfen oder geht es um die Analyse von Risiken und Chancen des Unternehmens?

2. Planung

Planung: Lege fest, welche Bereiche des Unternehmens im Fokus stehen sollen. Dabei geht es um Themen wie Finanzen, rechtliche Aspekte, Produkte und Dienstleistungen, Kunden, Mitarbeiter, usw. Es ist sinnvoll, eine Checkliste zu erstellen, um sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden.

3. Sammlung von Informationen

Stelle sicher, dass alle notwendigen Informationen und Unterlagen des Unternehmens gesammelt und ausgewertet werden können. Hierbei kann es sinnvoll sein, einen Fragebogen an das Unternehmen zu senden oder das Gespräch zu suchen. Damit erhälst du eine erste Grundlage an Informationen.

4. Analyse

Analysiere die gesammelten Informationen und Dokumente systematisch. Verwende beispielsweise Benchmarks oder Kennzahlen, um die Performance des Unternehmens zu bewerten.

5. Bewertung

Bewerte die Ergebnisse der Analyse und identifiziere Stärken und Schwächen des Unternehmens. Hierbei solltest du unbedingt auch eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens erfolgen (bspw. SWOT).

6. Abschluss

Dokumentiere die Ergebnisse und schließe die Due Diligence ab. Idealierweise erstellt du eine Zusammenfassung, mit den wichtigsten Ergebnissen und Handlungsempfehlungen.

Diese eher allgemeinen Schritte sollen dir als Orientierung dienen. Passe Sie unbedingt an die individuellen Anforderungen der jeweiligen Due Diligence an. Eine gründliche und systematische Vorgehensweise ist jedoch in jedem Fall empfehlenswert, um eine fundierte Beurteilung des Unternehmens zu machen. Mehr zum Thema findest du hier.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Due Diligence?

Eine Due Diligence (DD) ist die systematische Analyse und Beurteilung eines Unternehmens. Ziel ist es, alle relevanten Informationen zusammenzutragen, um Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen. Eine Due Diligence schafft Transparenz und dient als Grundlage für fundierte Entscheidungen bei Unternehmenskäufen oder Beteiligungen.

Wann wird eine Due Diligence durchgeführt?

Eine Due Diligence kommt vor allem beim Kauf oder Verkauf eines Unternehmens zum Einsatz. Verkäufer können damit den Wert ihres Unternehmens besser darstellen, während Käufer die Prüfung nutzen, um Risiken zu erkennen und den Kaufpreis realistisch zu beurteilen. Häufig unterstützen Fachleute wie Juristen, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater den Prüfungsprozess.

Welche Bereiche umfasst eine Due Diligence?

Eine Due Diligence untersucht verschiedene Unternehmensbereiche. Dazu gehören die Marktanalyse, die rechtliche Prüfung (Corporate Legal Due Diligence), die finanzielle Situation (Financial Due Diligence), technische Aspekte, Personalthemen sowie Umwelt- und Infrastrukturfragen. Gemeinsam ergeben diese Analysen ein umfassendes Bild des Unternehmens.

Was ist ein Datenraum bei einer Due Diligence?

Bei einer Buy Side Due Diligence wird häufig ein Datenraum eingerichtet. Dieser kann digital oder physisch sein und enthält alle Unterlagen, die für die Unternehmensprüfung benötigt werden. Der Datenraum ermöglicht den beteiligten Prüfern einen strukturierten und sicheren Zugriff auf relevante Dokumente und Informationen.

Wie läuft eine Due Diligence ab?

Eine Due Diligence beginnt mit der Festlegung der Ziele und des Prüfungsumfangs. Anschliessend werden alle relevanten Informationen gesammelt, systematisch analysiert und bewertet. Abschliessend werden die Ergebnisse dokumentiert und Handlungsempfehlungen formuliert. Eine strukturierte Vorgehensweise bildet die Grundlage für eine fundierte Beurteilung des Unternehmens.

Welche Vorteile bietet eine Due Diligence?

Eine Due Diligence reduziert die Informationsasymmetrie zwischen Käufer und Verkäufer, macht Risiken frühzeitig sichtbar und erleichtert die Bewertung eines Unternehmens. Dadurch können Kaufpreisverhandlungen auf einer besseren Informationsbasis geführt und fundierte Investitions- oder Kaufentscheidungen getroffen werden.

Über den Autor

Philipp Smolarz

Inhaber und Geschäftsführer pebe AG

Seit weit mehr als einem Jahrzehnt ist Philipp Smolarz als Unternehmer in der Softwarebranche tätig. Seine Fachkenntnisse in der Buchhaltungsbranche fundieren auf die langjährige Praxiserfahrung in leitender Position. Neben seinem tiefgreifenden Branchenwissen liegen seine Kernkompetenzen insbesondere in der Strategieentwicklung, der Unternehmens- und Personalführung sowie im Marketing & Vertrieb.

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